Zu wenig Zeit im Leben: oder warum ich Bücher abbreche

Es ist wohl eine Frage, die viele Leser beschäftigt. Eine Situation, wie sie für einen absoluten Buch-Nerd nicht schlimmer sein könnte:

Man hat sich auf ein Buch gefreut, man legt sich strahlend aufs Bett, der Tee steht schon auf dem Nachttisch bereit - vielleicht sind auch ein paar leckere Knabbereien schon vorbereitet - und dann.....

Die Seiten ziehen sich dahin wie ein uralter Kaugummi unter dem Absatz deines Schuhs, auch nach 30 Seiten tut sich nichts, was einen dazu bewegt sich nicht von Netflix und Co. ablenken zu lassen...... 

Dies ist der Moment in dem sich Leser in zwei Lager spalten

Die Einen, die legen das Buch jetzt einfach zur Seite und schnappen sich das Nächste. Vielleicht wird es nur noch einmal ins Regal gestellt und zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal zu Rate gezogen. Vielleicht war es einfach die falsche Zeit für dieses Buch und vielleicht gefällt es mir ja ein anderes Mal.
 
Die Anderen... für die ist das Abbrechen eines Buches einer Todsünde gleich. Egal, wie sehr ein Buch ihn langweilt, dieser Art Leser quält sich durch. Dass eine im Nachhinein erstellte Rezension mit einer negativen Bewertung einherkommtt, ist ihm egal.
 
Zu welcher Gruppe ich gehöre? 
Früher einmal war ich auch der Typ, der ein einmal angefangenes Buch niemals abbrechen würde. Irgendwann aber gab es den Punkt an dem ich einfach dachte, dass es im Leben doch nun einfach so ist: 
Viel zu viele gute Bücher, viel zu wenig Zeit, und diese Zeit ist auch noch eingeschränkt durch Dinge, wie Arbeiten, Haushalt und ähnlichem. 
 
Wie also vorgehen?
Es gab eine Zeit in der ich dann so extrem war, dass ich mir bei jedem Buch nach einem Drittel der Seiten einen Zettel eingelegt habe, von dem ich dann entscheiden würde, ob ich weiterlese oder nicht. 
Das Problem bei diesem System: Es war bei einem Tausend-Seiten-Werk immer noch die Problematik da, dass ich über 300 Seiten lesen musste, um diesen Punkt überhaupt zu erreichen. Und oft habe ich mich dann so gequält, bis ich an diesem Punkt angelangt war, dass ich in eine extreme Leseflaute gerutscht war. 
 
Das Ergebnis meiner daraufhin folgenden Überlegungen war dann, dass ich gar kein Limit mehr habe und einfach vollständig meinem Bauchgefühl vertraue. 
Wie ich mittlerweile herausgefunden habe, trügt dieses nämlich so gut wie nie, beziehungsweise bisher habe ich es noch nie gehabt, dass es mich getäuscht hat, habe ich doch manche abgebrochene Bücher Ewigkeiten später dann als Hörbuch gehört habe. 
 
Mein Fazit also: Es gibt nichts Schlimmeres als vergeudete Lebenszeit. 
Habt Mut! Legt ein Buch beiseite. 
Kurz: 
Gebt der Leseflaute keine Chance!
 
Viel Spaß beim Lesen!
 
Bis bald!

23.2.18 14:21

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