"Ein plötzlicher Todesfall" von Joanne K. Rowling - Rezension

Titel: Ein plötzlicher Todesfall

Autor: Joanne K. Rowling

Verlag: Carlsen Verlag

Seitenzahl: 574

Einband: Hardcover

Erscheinungsjahr: 2012

Meine Bewertung: *****

Meine Rezension: 

Mein absolutes Highlight oder: Oh mein Gott! Wo ist Harry?

J. K. Rowlings neues Buch. Ein Buch für Erwachsene. Erwachsene! Warum zum Teufel lese ich hier ständig "das war aber überhaupt nicht wie Harry Potter"??? Ich bin verwirrt. Ich für meinen Teil hätte es ziemlich, nun ja verstörend gefunden, wenn der Dorftratsch im Cafè ungefähr so ausgesehen hätte: "Haben Sie auch diesen komischen Kauz gesehen? Der hatte gar keine Nase und ganz rote Augen! Was diese Drogen so mit einem machen!". Oder vielleicht doch eher so?: "Das sind mal Zustände hier: Da ist eben ein junges Mädchen mit zwei! jungen Männern in einem Zelt im Wald verschwunden! Der eine hatte ein komplett entstelltes Gesicht! Ritzt der Bub sich da einen Blitz auf die Stirn. Also die Jugend von heute!"
Bevor ich mit meiner eigentlichen Rezension beginne, möchte ich auf eine Sache hinweisen: J. K. Rowling ist eine Frau, die bereits in jungen Jahren einen Bestseller auf den Markt warf. Bis diese Geschichte vollständig beendet worden war, zogen knappe zwei Jahrzehnt an uns allen vorbei. Ein Zeitraum, in dem sich jeder Mensch verändert und weiterentwickelt. Und in diesem Buch merkt man das auch dieser Autorin an. J. K. Rowling schafft den Sprung vom "Kinderstar" zu einer ernstzunehmenden Erwachsenenautorin. Doch dazu später mehr.


Handlung:
Barry Fairbrother stirbt am Abend seines Hochzeitstages überraschend in den Armen seiner Frau. Dieser Tod stößt in dem kleinen Ort Pagford ein Schneebrett los, das sich in kürzester Zeit zu einer wahrem Lawine aufbaut. Barry war Mitglied im Gemeinderat und nun gilt es seinen Posten neu zu besetzen. Wichtig zu erwähnen ist, dass in Pagford gerade eine wegweisende Entscheidung getroffen werden muss und so die beiden Seiten im Gemeinderat den Posten natürlich in ihrem Sinne besetzen wollen. Lasst die Machtspiele beginnen!

Zum Buch:
Nach den vielen negativen Kritiken war ich doch recht voreingenommen. Doch diese Gedanken lösten sich bereits in den ersten 100 Seiten in Luft auf. Der Personenkreis ist sehr groß, allerdings fände ich es einfach nur seltsam in einer Geschichte über die Geschehen in einer Kleinstadt nur drei oder vier Personen kennenzulernen. Rowlings Schreibstil hat sich kaum verändert, doch ihre Themenwahl ist einfach nur beeindruckend: Toleranz, Drogenprobleme, Tod, Missbrauch sind nur einige Themen die hier angesprochhen werden. Ja, es geht nicht mehr um ein Kind, das die Welt retten muss. Es geht einfach ums wahre Leben.
Hier liegt kein einfacher Roman vor, sondern wohl eher ein Spiegel der Gesellschaft. Ich selbst kenne einige Menschen aus meinem Stadtrat und denke mir, dass es hier, in einer vergleichbaren Situation, doch recht ähnlich von statten gehen könnte. Auch sollte einmal bedacht werden, das die Probleme, die Rowling hier beschreibt, auch in Deutschland alltäglich geworden sind. Wir alle sollten anfangen zu überlegen, was wir machen können um die Folgen wenigstens ein Stück weit rückgängig zu machen.


Fazit:
Für mich ein absolutes Highlight und gleichzeitig eine pure Kopf-schüttel-Situation. Autoren sind Menschen. Sie entwickeln sich weiter, sie entdecken neue Themengebiete usw. Sie sollten selbst entscheiden dürfen, was sie veröffentlichen wollen und was nicht. Natürlich hat auch jeder leser ein Recht auf seine eigene Meinung aber ein permanentes "war schlecht, weil nicht wie harry Potter" ist einfach nur nicht konstruktiv. Schlecht machen ist das eine, ein logisches Argument warum wäre aber doch noch besser.


Ich empfehle dieses Buch Jedem, der ein Rowling Fan ist und bereit dafür ist sich in eine Geschichte entführen zu lassen, die Dinge aufweist, denen wir wirklich begegnen können und das jeden Tag.

Viel Spaß beim Lesen!

Bis Bald! 

   

 

 

                                    

27.10.13 10:53

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